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Babys im Terminstress

Solche Kurse für Babys zu belegen, ist nicht nur sinnvoll, um das Kind in seinem Spaß an Wasser und schwereloser Bewegung, seinem musischen Gespür zu fördern oder die Gehirnentwicklung durch Berührungen zu stimulieren. Für Hebamme Ursula Jahn-Zöhrens steht als großer Vorteil aller Babykurse der soziale Kontakt im Vordergrund. Das gelte sowohl für die Eltern als auch für ihre Kleinen. Denn die meist gleichaltrigen Kinder können miteinander spielen und sich kennenlernen.

Auch Mama und Papa haben Gelegenheit in ein soziales Gefüge hineinzukommen. In einer Zeit, in der die Kleinfamilien allein in ihrem Haus oder ihrer Wohnung sitzt, sei so etwas von großem Vorteil. «Die Evolution hat es nicht vorgesehen, dass Mutter und Kind nur alleine Zeit miteinander verbringen», sagt Jahn-Zöhrens. «So etwas geht nie lange gut.» 

Hinzukomme, dass die Ansätze in vielen dieser Kurse allen gut tun, ist Jahn-Zöhrens überzeugt. So stehe etw

a die körperliche Beziehungen zwischen Eltern und Kind bei vielen im Vordergrund. Wenn etwa beim PEKiP (Prager Eltern-Kind-Programm) die Babys bis auf die Windeln nackig frei ihre Umwelt entdecken dürfen. «Das tun wir üblicherweise ja nicht, dass wir unsere Kinder zuhause nackig ausziehen und uns mit ihnen beschäftigen», so Jahn-Zöhrens. Bei der Babymassage etwa werde über die Berührungen und das gleichmäßige Streicheln die Gehirnentwicklung des Kindes angeregt. «Das tut dem Kind einfach gut», so die Hebamme.

Aber nicht alle Kursangebote sind völlig unumstritten. So sieht Jahn-Zöhrens etwa solche Orchideenlehrgänge für Babyzeichensprache als problematisch an, bei denen die Familien über Zeichen lernen mit ihrem Kind zu kommunizieren. Das sei überflüssig, findet sie. Es reiche völlig, mit dem Kind zu reden und dessen Mimik, Laute, Weinen und Körpersprache wahrzunehmen und deuten zu lernen.

Welcher Kurs ist der richtige?

Ähnliches ge

lte für Sprachkurse für Kleinstkinder. «Bilingual aufzuwachsen ist kein Problem», so Jahn-Zöhrens. Das überfordere die Kinder nicht. Aber sie extra im Alter von zehn Monaten in einen Lehrgang für Englisch zu schicken, sei doch etwas fragwürdig. Denn Sprache sei immer emotional mit Personen verbunden. Besonders für die Kleinsten. «Aber das sehen andere Experten vielleicht ganz anderers», räumt die Hebamme ein.

Welcher Kurs für ein Eltern-Kind-Gespann in Frage kommt, sollte sich danach richten, was vor Ort angeboten wird, so dass keine langen Fahrtzeiten auf dem Weg zum Freizeitprogramm anfallen und Stress verursachen. Und natürlich: Was die Eltern gerne mit ihren Sprößlingen machen würden. Jahn-Zöhrens plädiert dafür, dass man sich da vom oft großen Angebot nicht verrückt machen lassen, sondern lieber auf sein Bauchgefühl hören sollte. Ein weiterer wichtiger Faktor: Der Leiter der Gruppe sollte einem liegen, findet Jahn-Zöhrens. Aber man könne nie grundsätz

lich den einen Kurs empfehlen und vom anderen abraten.

Die häufigsten und beliebtesten Angebote sind Babymassage, Schwimmen und PEKiP. Aber in den meisten Gemeinden gibt es auch Krabbelgruppen, die nicht von Experten, sondern von den Eltern selbst geleitet und betreut werden. Auch in Stillgruppen oder Stillcafés finden sich die Mütter mit Gleichgesinnten zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und einfach den eigenen vier Wänden mit dem Nachwuchs zu entfliehen.

Die Angebote und Gruppen hätten sich vor allem seit den 1980er Jahren entwickelt, sagt Jahn-Zöhrens. Der Bedarf sei sehr groß und steige weiter an. Das sei in der Veränderung der Familienstrukturen begründet. Denn: Wer in einer Großfamilie aufwächst, der brauche all die Kurse wahrscheinlich gar nicht, um ein funktionierendes soziales Netzwerk aufzubauen und den Kindern Freundschaften mit Gleichaltrigen zu ermöglichen.

Nur nicht überfordern

Was bei dem Überangebot eine große Gefahr ist: Eltern mute

n sich und ihren Kindern zu viel zu und über Monate steht täglich ein anderer Termin im Kalender. «Das ist eine Katastrophe», so die Hebamme. Damit könne man das Kind und sich selbst schnell völlig überfordern. Ein langfristiger Kurs, wie etwa Schwimmen oder PEKiP, die das ganze Jahr über laufen, plus ab und zu eine punktuelle Ergänzung mit kurzen Kursen, die nur über drei bis fünf Termine gehen, wie etwa Babymassage, reichen als Programm völlig aus. Ein wichtiger Indikator: Wirkt das Kind gut gelaunt und zufrieden, ist man wahrscheinlich auf dem richtigen Weg.

Gerade bei Eltern, die ihr erstes Kind auf die Welt gebracht haben, passiere es, dass sie sich selbst unter Druck setzen, ihrem Kleinen die bestmögliche Starthilfe ins Leben mit solchen Kursen zu geben. Solche Eltern fürchten schnell nicht genug zu tun, wenn sie nicht alle Kurse zum richtigen Zeitpunkt belegen und überfordern sich dann und ihren Nachwuchs.

Die Kosten für die Kurse werden häufig nicht von den Kran

kenkassen übernommen und müssen aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Das kann sich je nach Angebot auf rund zehn bis zwanzig Euro pro Sitzung belaufen. Aber: Es lohne sich, laut Jahn-Zöhrens, immer bei der Kasse nachzufragen, ob im Rahmen eines Präventionsprogrammes nicht doch der ein oder andere Kurs übernommen wird. Manchmal habe man Glück.

Quelle:

News -

Gesundheit News -

Säuglingskurse - Babys im Terminstress


Tags: Erziehung | Kinder | Säugling |

 

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